„Berlin ist für mich ... ”

29.07.2014

Dr. Eva C. Schweitzer
„ ... die Brücke nach New York.” twitter

Dr. Eva C. Schweitzer,
Verlegerin, Berlinica, seit 2010 in Berlin

Mein Unternehmen ist in Berlin tätig, weil wir Berlin-Bücher auf Englisch produzieren (oder eigentlich, die in New York produzieren und hierher bringen).

Berlin, the place to be:
Preiswerte Mieten, viele Kontakte möglich, auch international, andere Verlage, mit denen man zusammenarbeiten kann, Literaturfestivals und Organisationen wie das Literarische Colloquium am Wannsee, große Gemeinde von Expats und Touristen, die sich für englische Bücher interessieren und entsprechende Buchläden.

Wie wurde Ihr Unternehmen/Ihre wissenschaftliche Einrichtung von der Teilung der Stadt bzw. dem Fall der Mauer am 09. November 1989 geprägt?
Da gab es uns noch nicht. Allerdings ist Berliner Geschichte ein wichtiges Thema unseres Verlages, von den Zeiten, als Mark Twain in Berlin war, über das Dritte Reich, die Mauer, der Kalte Krieg und bis heute.

Wie sieht die Zukunftsvision für Ihr Unternehmen oder Ihrer wissenschaftlichen Einrichtung aus? Welche visionären Veränderungen stehen bis 2030 an?
Ich plane, den Verlag noch erheblich zu erweitern und als Brücke nach New York auszubauen. Dazu gehört auch ein zweiter Imprint, der dann auch New York-Bücher nach Berlin bringt. Außerdem möchte ich mehr moderne Berliner Literatur verlegen - das ist natürlich eine Geldfrage, vor allem wegen der Übersetzungskosten.

Erzählen Sie uns eine Anekdote aus Ihrer Erfolgsgeschichte, wie sie nur in Berlin hat stattfinden können.
Nicht direkt eine Geschichte aus oder in Berlin, aber eine, bei der es um den Sohn eines Berliner Juden aus einer Bankiersfamilie geht, der 1938 nach New York emigrieren musste - ich brauchte dringend 10.000 Dollar für ein Buch, weil es ungeklärte Rechtefragen gab, und habe das Geld innerhalb von drei Tagen bekommen. Völlig unbürokratisch.

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