„Berlin ist für mich ... ”

31.07.2014

Ernestine von der Osten-Sacken
„ ... Bunt, lebendig, unkonventionell, oft anstrengend  –  aber immer wieder überraschend!” twitter

Ernestine von der Osten-Sacken,
Kommunikationsberaterin und Textkreative, Ernestine von der Osten-Sacken Kommunikation, seit 2002 in Berlin

Mein Unternehmen ist in Berlin tätig, weil mich die Stadt immer wieder inspiriert. Hier treffe ich auf spannende Leute aus aller Welt, die bereit sind, Neues auszuprobieren. Oder einfach nur verrückte Dinge anzustellen.

Berlin, the place to be:
Berlin ist inzwischen nicht nur eine internationale Stadt geworden, hier leben auch viele gut ausgebildete junge Menschen. Ideal für ein kleines Unternehmen der Kreativ-Wirtschaft, zumal ich sehr vernetzt arbeite. Wirtschaftlich ist die Stadt vielleicht noch nicht so fundiert aufgestellt wie andere deutsche Großstädte, dafür finden sich hier aber sehr innovative kleine und mittlere Unternehmen. Und genau diese sind für Anbieter wie mich sehr spannend, da sie meist offen sind für neue Ideen.

Wie wurde Ihr Unternehmen/Ihre wissenschaftliche Einrichtung von der Teilung der Stadt bzw. dem Fall der Mauer am 09. November 1989 geprägt?
Die New Economy brachte mich 1999 aus Hamburg nach Berlin zurück. Der Start-up-Hype, der "Big Bubble", die Techno-Szene, der Run auf Berlin: Damals schon bestimmte der Wandel die Entwicklung der ehemals geteilten Stadt extrem. Allerdings sah man die Brüche zwischen Ost und West noch mehr. Und spürte sie. Doch die Risse und Gegensätze brachten Berlin auch voran. Sie machten die Stadt einzigartig. Heute ist der brüchige Charme Berlins etwas weichgewaschen. Aber der Wandel prägt die Stadt nach wie vor enorm. Das macht Berlin für mich als Kreative immer noch sehr spannend. Berlin hat meine Entwicklung geprägt – und tut es (manchmal unerwartet) noch immer.

Wie sieht die Zukunftsvision für Ihr Unternehmen oder Ihrer wissenschaftlichen Einrichtung aus? Welche visionären Veränderungen stehen bis 2030 an?
Visionäre Veränderungen? Das klingt gewaltig. In 16 Jahren hat sich meine kleine Unternehmung vielleicht zu einer größeren Spezial-Agentur entwickelt. Oder ich bin Kernteilchen eines tollen, Berlin-typischen Kreativ-Netzwerks. Vielleicht habe ich mir bis dahin aber auch den berühmten Berliner Koffer unter den Arm geklemmt und schaue, was in anderen Städten der Welt so los ist ...

Erzählen Sie uns eine Anekdote aus Ihrer Erfolgsgeschichte, wie sie nur in Berlin hat stattfinden können.
Man schrieb die Zeit der New Economy: Es ging um ein neues, lukratives Projekt. Die Verhandlung der inhaltlichen Rahmenbedingungen erfolgte nicht etwa am runden Agentur-Tisch. Nein, nach einer völlig durchfeierten Nacht traf ich mich mit dem zuständigen Agenturchef zum Joggen im Tiergarten. Etwas kurzatmig und auf leicht schwankendem Boden wurden wir uns inhaltlich schnell handelseinig. Die Honorarverhandlung fand dann in rasender Fahrt auf dem Weg zum Flughafen Tegel statt. Ich nannte einen Preis. Alles klar. Verhandelt wurde nicht. Der Handschlag galt. Am Flughafen sprang ich aus dem Taxi und freute mich auf dem Weg zurück in die Stadt riesig. Es folgte eine spannende Zeit. So war das damals in Berlin – und so spontan ist es hier häufig noch immer.

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