„Berlin ist für mich ... ”

30.07.2014

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„ ... immer wieder spannend, inspirierend und sehr facettenreich.” twitter

Kerstin Riesch,
Leiterin Region Ost Berlin Netzservice, Vattenfall, seit 1884 in Berlin

Mein Unternehmen ist in Berlin tätig, weil wir mit unseren Vorgängerunternehmen seit 130 Jahren für die Energie sorgen, die Berlins Entwicklung vorantreibt. Energie ist die Voraussetzung und seit jeher der Motor des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens in der Stadt. Mit unserer Erfahrung, innovativen Projekten und der Expertise von rund 5.000 Kolleginnen und Kollegen vor Ort sorgen wir dafür, dass Berlin sich weiter entwickeln kann.

Berlin, the place to be:
Mein Unternehmen profitiert einerseits von der Nähe zu Kooperationspartnern in Kultur und Wissenschaft, der Stadt als attraktivem Standort für Arbeitnehmer und ihren gegenüber Innovationsprojekten neugierigen und aufgeschlossenen Bewohnern. Auf der anderen Seite stehen Unternehmen viele Türen offen, Berlin bei der Weiterentwicklung als moderner und zuverlässiger (Wirtschafts-)Standort zu unterstützen. Für die Vattenfall-Gruppe gilt das beispielsweise bezüglich der reibungslosen Versorgung mit Strom und Fernwärme sowie einem Angebot an maßgeschneiderten,  flexiblen Lösungen sowohl für große, mittelständische als auch kleinere Hightech- oder Start-up-Unternehmen.

Wie wurde Ihr Unternehmen/Ihre wissenschaftliche Einrichtung von der Teilung der Stadt bzw. dem Fall der Mauer am 09. November 1989 geprägt?
Die Teilung der Stadt prägte unsere Vorgängerunternehmen entscheidend: 1948 erfolgte die Spaltung der damaligen Bewag. Am 8. März 1952 wurden die letzten Verbindungen des Stromnetzes zwischen Ost und West gekappt. Westberlin war damit eine Strominsel. Über die Luftbrücke konnte es mit Steinkohle und – nur wenigen bekannt – ca. 1.500 Tonnen Anlagenteile zum Kraftwerksbau versorgt werden. In den folgenden Jahren wurden in Westberlin acht Kraftwerke errichtet. Ostberlin versorgte sich überwiegend aus dem Verbundnetz der DDR und Osteuropas.
Der Mauerfall war der Startschuss für die Zusammenführung des getrennten Unternehmens: Die Vereinheitlichung von Arbeitsweisen und Richtlinien war nicht immer einfach und es gab auch technische Unterschiede bei den Anlagen. Im westlichen Betriebsteil wurde bereits mit PCs gearbeitet... Am emotionalsten war natürlich das Zusammentreffen der Mitarbeiter: Kollegen, die einst zusammen ihre Ausbildung absolviert hatten, sahen sich nun nach vielen Jahren wieder und arbeiteten wieder zusammen. Und noch heute findet man noch hier und da Hinweise auf die einstige Teilung: kleine technische Abweichungen oder unterschiedliche Begrifflichkeiten.

Wie sieht die Zukunftsvision für Ihr Unternehmen oder Ihrer wissenschaftlichen Einrichtung aus? Welche visionären Veränderungen stehen bis 2030 an?

Für mein Unternehmen ist der Blick in die Zukunft mit dem Umbau der Energieversorgung im Sinne der Energiewende verbunden. Bereits im Jahr 2009 hat der Vattenfall-Konzern mit dem Land Berlin eine Klimaschutzvereinbarung abgeschlossen. Die Stadt hat das Ziel, bis zum Jahr 2020 die CO2-Emissionen um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Vattenfall-Unternehmen unterstützen das Land, indem sie in ihren Berliner Anlagen den CO2-Ausstoß bis 2020 um 50 Prozent senken und weitere Maßnahmen anstoßen: Zum Beispiel den Ausbau der umweltfreundlichen Fernwärmeversorgung oder die Beteiligung an Zukunftsprojekten wie der Elektromobilität. Vattenfalls Netzbetreiber, die Stromnetz Berlin GmbH, entwickelt das bestehende Stromnetz zu einem Smart Grid weiter, d. h. zu einem intelligenten Netz, das die schwankenden regenerativen Energien effizient nutzt, ggf. speichert und immer dann verteilt, wenn sie gebraucht werden.

Erzählen Sie uns eine Anekdote aus Ihrer Erfolgsgeschichte, wie sie nur in Berlin hat stattfinden können.
Nach dem Mauerfall wurde 1992 auf der Hochspannungsebene 110KV eine erste Verbindung zwischen den Umspannwerken Mitte (Westberlin) und dem Umspannwerk Jägerstraße (Ostberlin) hergestellt. Diese Verbindung diente der Zusammenführung des Inselnetzes in Westberlin mit dem Verbundnetz, so wie wir es heute kennen. Dies war ein wichtiger Meilenstein für die Versorgungssicherheit der gesamten Stadt. Die Herausforderungen bestanden darin, über den ehemaligen Mauerstreifen, in dem Bereich des heutigen Potsdamer Platzes, eine unterirdische Trasse zu finden, in denen Kabel dauerhaft verlegt werden und an die vorhandenen Anlagen angeschlossen werden konnten. Damit waren die Stromnetze der geteilten Stadt nach 40 Jahren wieder vereint.

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