„Berlin ist für mich ... ”

08.08.2014

Miriam Bers
„ ... heterogen und tolerant.” twitter

Miriam Bers,
Inhaberin der Agentur GoArt, seit 2006 in Berlin

Mein Unternehmen ist in Berlin tätig, weil ich Berlin wie meine Westentasche kenne und sich die Kunst- /Kulturszene hier auf einmalige Weise präsentiert.

Berlin, the place to be:
Die Stadt bot nach dem Mauerfall den Kreativen viele Möglichkeiten, sich zu realisieren. Das ist einzigartig und hat es so noch nirgendwo gegeben. Es gibt bis heute ganze Stadtviertel im Ostteil, die es zu entdecken und erobern gilt. Neuerdings bezieht die Künstlerschaft ihre Ateliers in Außenbezirken wie Marzahn, Oberschöneweide oder Hohenschönhausen. Dort entwickelt sich wieder etwas ganz Neues. Auch der nach dem Mauerfall weniger beachtete Westteil der Stadt erfährt neue Aufmerksamkeit – so siedeln sich Galerien vermehrt in Charlottenburg oder Schöneberg an. Berlin bietet Platz, sich auszubreiten, Ateliers und Werkstätten zu eröffnen, sich mit anderen auszutauschen, zu experimentieren. Genau dies ist das Umfeld, was junge Kreative aus aller Welt anzieht: Orte, die noch nicht fertig sind und die sie mitgestalten können.

Wie wurde Ihr Unternehmen/Ihre wissenschaftliche Einrichtung von der Teilung der Stadt bzw. dem Fall der Mauer am 09. November 1989 geprägt?
Der Fall der Mauer ist eng verbunden mit der Entwicklung der kreativen Szene in Berlin und damit auch mit der Gründung unserer Agentur. Die Stadt wurde von einem Tag auf den anderen interessant, es gab und gibt so viel zu entdecken und zu gestalten.
Unsere Kunden kommen aus aller Welt, eine bunte Mischung aus Deutschland, den USA, Südamerika, Italien, Frankreich oder der Türkei. Wir haben auch Unternehmen als Kunden, die ihren Mitarbeitern oder ihren Managern etwas Besonderes in Berlin bieten möchten. Das ist eine schöne und immer wieder spannende Herausforderung für uns.

Wie sieht die Zukunftsvision für Ihr Unternehmen oder Ihrer wissenschaftlichen Einrichtung aus? Welche visionären Veränderungen stehen bis 2030 an?
Ich wünsche mir, dass sich Berlin so entwickelt, dass es für junge Kreative weiterhin interessant bleibt und sie sich die Stadt auch zukünftig leisten können. Deshalb wäre es schön, wenn die offiziellen Stellen, dies im Blick haben. Dazu gehören z. B. bezahlbare Mieten. Wir verdanken das riesige, weltweite Interesse an Berlin unter anderem den vielen Kreativen, die diese Stadt so spannend gestalten. Deshalb sollten wir ihnen auch weiterhin die Möglichkeiten und Räume dafür geben.
Ich hoffe, dass die Stadt den Schatz, den sie besitzt, so honoriert und gut behandelt, dass sie noch lange gefragt ist.

Erzählen Sie uns eine Anekdote aus Ihrer Erfolgsgeschichte, wie sie nur in Berlin hat stattfinden können.
Kunst und Geschichte liegen in Berlin eng beieinander. Historische Orte haben durch einen kreativen Eingriff eine andere Bedeutung bekommen. So hat der Berliner Reichstag durch die Kuppel eine neue Dimension erhalten. Aber auch weniger bedeutende Orte haben sich gewandelt und verbinden Kunst und Alltagsgeschichte. Bei einem der von uns organisierten Atelierbesuche zeigten wir einem Kunstsammler aus New York ein ganz spezielles Wohn-Atelier. Genau in diesen Räumen hatte der Vater des Mannes gelebt, ehe er aufgrund seiner jüdischen Herkunft in die USA emigrieren musste. Das war ein verrückter Zufall, der alle Beteiligten nachhaltig beeindruckte.

goart-berlin.de

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