„Berlin ist für mich ... ”

31.07.2014

Tomislav Bucec
„ ... meine Heimatstadt – und eine Weltstadt, die viel kreativen Raum und Unterstützung bietet.” twitter

Tomislav Bucec,
Geschäftsführender Gesellschafter, LASERLINE Druckzentrum Bucec & Co. KG, seit 1987 in Berlin

Mein Unternehmen ist in Berlin tätig, weil man in keiner anderen Stadt in Europa so viel Gestaltungsspielraum hat. Zur Stadt der Startups passt eine Druckerei perfekt, die das Online-Printing mit erfunden hat. Ideen zu entwickeln und kreative Lösungsansätze zu finden ist nicht nur für uns wichtig, sondern zeichnet auch die Stadt Berlin aus. Darum fühlen wir uns wohl an unserem Standort in Mitte und haben hier beste Bedingungen, um jedes Jahr überdurchschnittlich zu wachsen.

Berlin, the place to be:
Berlin ist DIE Metropole Deutschlands – kreativ, innovativ und multikulturell wie keine andere Stadt des Landes. Dabei gibt es hier – im Vergleich zu vielen anderen Metropolen Europas und der Welt – noch viel Freiraum für Visionäre und Menschen, die etwas bewegen wollen. Berlin unterstützt Unternehmensgründer mit herausragenden Förderinstrumenten dabei, ihre Ideen hier zu realisieren. Dazu kommen ein lebenswertes Umfeld, ein unschlagbares Kulturangebot und eine Top-Infrastruktur. Diese Rahmenbedingungen sind insbesondere auch für (potentielle) Mitarbeiter reizvoll, die Berlin zunehmend als attraktiven Lebensmittelpunkt wahrnehmen und den Berliner Arbeitsmarkt mit Ihrer Kompetenz bereichern. Ein hochwertiges und bezahlbares Angebot an Gewerberäumen und Gewerbegrundstücken rundet das Bild ab. Die Stadt ist darüber hinaus mit ihrem Umland auch Marktumfeld. Millionen Verbraucher, eine wachsende Zahl von Betrieben, Behörden, Verbänden, Vereinen und Einrichtungen aus Politik, Wissenschaft und Kultur stellen eine dynamische Kundenzielgruppe dar, der auch wir gern unsere Leistungen anbieten.

Wie wurde Ihr Unternehmen/Ihre wissenschaftliche Einrichtung von der Teilung der Stadt bzw. dem Fall der Mauer am 09. November 1989 geprägt?
1989 war LASERLINE noch ein sehr junges Unternehmen, der Name war zwei Jahre zuvor entstanden, und wir waren auf dem Gebiet der Werbung, insbesondere der Konzeption und Realisierung von Printmedien tätig. An die Gründung einer eigenen Druckproduktion dachten wir damals noch nicht. Der Fall der Mauer war für jeden von uns im Unternehmen ein menschlich zutiefst aufwühlendes, glückliches Erlebnis. Diese Tage um den 9. November vergisst man nicht. Für uns als Startup brachte der Fall der Mauer zwei einschneidende Erlebnisse mit sich. Als Werbeagentur organisierten wir den Wahlkampf eines der Kandidaten der ersten und letzten freien Volkskammerwahl der sich auflösenden DDR und erlebten so buchstäblich hautnah die damaligen politischen Umbrüche mit. Leider mussten wir zur selben Zeit unsere Geschäftsräume in der Joachimstaler Straße verlassen: Der Versicherungskonzern, dem sie gehörten, brauchte jeden Quadratmeter Platz, um 17 Millionen neue Bundesbürger mit Versicherungspolicen zu versorgen. Für uns erwies sich das jedoch bald als Glücksfall, denn mit dem Umzug in größere Räume wurde das folgende Wachstum und die Umsetzung des neuen Geschäftsmodells erst möglich.

Wie sieht die Zukunftsvision für Ihr Unternehmen oder Ihrer wissenschaftlichen Einrichtung aus? Welche visionären Veränderungen stehen bis 2030 an?
Die Druckindustrie verändert sich auf dramatische Weise. War sie noch bis in die neunziger Jahre stark von kleinen und kleinsten Betrieben mit selten mehr als 20 Mitarbeitern geprägt, nimmt die Zahl der Betriebe seit mehr als zehn Jahren kontinuierlich ab. Die verbleibenden Unternehmen werden größer, und wachsen nicht nur im Inland, sondern zunehmend auch im europäischen Ausland. Für den Kunden können immer intelligentere Druckprodukte in immer besserer Qualität zu Preisen hergestellt werden, die noch vor zehn Jahren völlig undenkbar waren. Wir bei LASERLINE sind stolz darauf, hierzu entscheidende Impulse gesetzt zu haben. Die Schlüsselidee zu dieser Entwicklung, der Systemdruck, wurde hier in Berlin geprägt und weiterentwickelt. Heute gehört LASERLINE zu den bekanntesten Unternehmen der Druckindustrie, weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. Unsere Vision ist, unsere bekannte Marke noch stärker in anderen Bundesländern zu verwurzeln und schließlich auch mehr Umsatzanteile im Ausland zu gewinnen. Hierzu wollen wir mit Partnern wachsen - in Form von Netzwerken oder durch gezielte Merger. Unser  Standort – die Hauptstadt Berlin – ist für viele (potentielle) Partner hier zusätzlich attraktiv.

Erzählen Sie uns eine Anekdote aus Ihrer Erfolgsgeschichte, wie sie nur in Berlin hat stattfinden können.
Das markante türkisgrüne LASERLINE-Gebäude an der Scheringstraße kennen viele Berliner und Berlin-Besucher. Noch vor zehn Jahren war es hier ebenfalls grün, allerdings wegen einer üppigen Spontanvegetation, die das ganze brachliegende Grundstück überwuchert hatte. Die Lage in direkter Nachbarschaft der Mauer war so unattraktiv, dass sich viele Jahre hier niemand ansiedeln wollte, und so wurden aus Wildkräutern und Sträuchern im Laufe von Jahren Büsche und Bäume, und das Gebiet geriet in Vergessenheit – wie viele Brachen, die auch nach dem Mauerfall noch typisch für Berlin waren. Aus diesem Dornröschenschlaf wurde es von LASERLINE geweckt: Nach dem Auszug aus der Joachimstaler Straße fand LASERLINE zunächst neue Räume im ehemaligen Rotaprint-Gelände im Wedding. Rotaprint, damals führender deutscher Hersteller von Kleinoffsetdruck-Maschinen, war 1989 insolvent gegangen. Es gehört zu den Zufällen der Unternehmensgeschichte, dass die Idee zur Gründung des Druckzentrums LASERLINE auf dem alten Rotaprint-Gelände entstand, dort aber aus technischen Gründen nicht realisiert werden konnte. Die Druckerei wurde daher 1997 im Technologie- und Innovationspark an der Gustav-Meyer-Allee gegründet. Von dort fiel der Blick täglich auf das brachliegende Grundstück gegenüber in der Scheringstraße. 2006 konnte LASERLINE hier den ersten Spatenstich setzen, 2007 erfolgte der Einzug in das türkisgrüne Gebäude. Was wir dann erfuhren: kurz vor der Insolvenz hatte Rotaprint noch einen Umzug geplant - in die Scheringstraße. LASERLINE war also zum zweiten Male auf den Spuren von Rotaprint und setzt heute ein Stück zukunftsweisende Tradition der Druckindustrie mit weit überregionaler Bedeutung in der Mitte Berlins fort.

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