Christoph Markschies stellt seine engagierte Berlinerin vor:
Christiane Kießig
Wenn ich eine typische, engagierte Berlinerin fotografieren soll, denke ich sofort an unsere Hausmeisterin. Sie sitzt in einem typischen Berliner Mietshaus aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, Tordurchfahrt, Hof, auf dem die Feuerspritze wenden kann, Berliner Zimmer am Gelenk von Hinterhofflügel und Straßenflügel. Sie hat ein Auge darauf, wer das Haus betritt und verlässt, sie kümmert sich um alle kleinen und großen Dinge im Haus und hält natürlich auch die Wohnungen der Mieter sauber, wenn es gewünscht wird: hilfsbereit, manchmal mit ganz direkter Berliner Schnauze, aber eben auch mit ganz viel Herz, ohne Umschweife, da zupackend, wo man’s braucht – eben eine typische Berlinerin.
Porträtiert von Christoph Markschies.
Christoph Markschies ist gebürtiger Berliner und seit 2006 Präsident der Humboldt-Universität zu Berlin. Dieses Amt trat er damals als jüngster Universitätspräsident Deutschlands an. Der habilitierte Theologe lehrt als Professor Kirchengeschichte und hat zahlreiche Bücher und Essays über das Christentum in der Antike veröffentlicht.